Pfarrkirche St. Benno

St. Benno – die Kirche

siehe auch: Benno - der Heilige, gegen den Luther wetterte

(der nachfolgende Text folgt überwiegend Wikipedia, Stand 1.5.2010)

Geschichte

Der stetige Anstieg der Bevölkerungszahl in München ließ die Maxvorstadt rasant wachsen. Bereits 1883 war das Wachstum so weit fortgeschritten, dass Erzbischof Anton von Steichele drei weitere Pfarrkirchen forderte. Um den Bau dieser drei Stadtpfarrkirchen St. Benno in der Maxvorstadt, St. Paul an der Theresienwiese (eingeweiht 1906) und St. Maximilian im Glockenbachviertel (eingeweiht 1908) zu ermöglichen, wurde der Zentralverein für Kirchenbau in München, genannt Zentralkirchenbauverein, gegründet, der alle drei Gotteshäuser errichten sollte.

Im letzten Ausbaustadium, das den Westen der Maxvorstadt an der Grenze zu Neuhausen umfasste und bis 1900 abgeschlossen war, wurde die Errichtung einer neuen Pfarrei als städtebauliches und geistliches Zentrum des für damalige Verhältnisse abgelegenen Gebietes, das auch Teile Neuhausens umfasste, vorangetrieben. Den Baugrund stiftete der Erzgießer Ferdinand von Miller (1813–1887) zum Dank für den 1850 gelungenen Guss der Bavaria. Mit der Planung der Kirche wurde der junge Architekt Leonhard Romeis beauftragt. Mit großer Unterstützung des Zentralkirchenbauvereins und privater Spenden sowie Stiftungen des Wittelsbacher Königshauses (unter anderem der als Ziboriumsaltar gestaltete Hochaltar durch Prinzregent Luitpold), wurden Planung und Bau der Kirche vorangetrieben. Grundsteinlegung war am Fest des Heiligen Benno am 16. Juni 1888. Nach nur siebenjähriger Bauzeit konnte St. Benno am 13. Oktober 1895 durch Erzbischof Antonius von Thoma eingeweiht werden.

1944 durch Bombenangriffe zerstört, wurde die Kirche in den Jahren 1947 bis 1953 entgegen der damaligen Gewohnheit originalgetreu wieder aufgebaut; lediglich die Fresken sind vollständig verloren gegangen.

 

Programm und Konzeption

Innenraum

Ähnlich wie Gabriel von Seidl für die Pfarrkirche St. Anna im Lehel wählte auch Leonhard Romeis einen neoromanischen Stil, der sich an die rheinische Romanik insbesondere der Kaiserdome anlehnt. Das hat vor allem auch politische Gründe. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 sah man in der Romanik einen Baustil, der die Treue zur dynastischen Herrschaft betont und zugleich eine Kontinuität zum römisch-deutschen Kaisertum des Mittelalters konstruiert. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass der zur Grundsteinlegung erst 34jährige Romeis den Schwerpunkt seines Studiums vor allem auf die rheinische Romanik legte und bei Aufenthalten in Italien dynastische Architekturbeispiele studierte, die in St. Benno einflossen. Die St.-Benno-Kirche ist also der Beginn einer Reihe von neoromanischen Kirchenneubauten, von denen vor allem die Pfarrkirche St. Anna im Lehel und St. Maximilian in München-Isarvorstadt zu nennen sind.

St. Benno besitzt die Form einer dreischiffigen Basilika. Der mit Muschelkalk verkleidete Backsteinbau mit kreuzförmigem Grundriss, halbrund geschlossenen Querhäusern, achteckigem Vierungsturm mit Apsis und Umgang zeigen die Merkmale der rheinischen Romanik: Eine mächtige Westfassade mit fünfstöckigen, 64 Meter hohen Doppeltürmen besitzt als Zentrum das Hauptportal mit Prophetenfiguren an seinen Seitendwänden und darüber das Tympanon sowie zwei Hochreliefs der Heiligen Martin und Heiligen Georg; die Bronzetür mit Gleichnissen aus dem Neuen Testament lehnt sich an ihr Vorbild am Hildesheimer Dom an; schließlich vollenden Kappelanbauten an den Außenseiten der Türme sowie der oktogonale Vierungsturm das Bild einer Kathedrale der rheinischen Spätromanik.

 

Ausstattung

Hochaltar

Der Hochaltar wurde von Prinzregent Luitpold gestiftet und als Ziboriumsaltar errichtet: ein quadratischer von Säulen getragener Baldachin, an
den vier Ecken Sitzfigur der Evangelisten und deren Symbole (Heß), darüber eine achtseitige Kuppel; unter dem Baldachin der Altar als Reliquienschrein gestaltet, beiderseits des Tabernakels Bronzereliefs mit Heiligen Benno und Korbinian (Heinrich Waderé) sowie den vier Familienheiligen des Stifters (Luitpold, Ludwig, Augusta und Theresia).

Vor der Kirche steht die Aluminiumskulptur Fisch mit Schlüssel von İskender Yediler. Nach der Legende fand Bischof Benno den Schlüssel des Meißner Doms, den er auf der Flucht in die Elbe geworfen hatte, nach seiner Rückkehr im Bauch eines frisch gefangenen Fisches wieder. İskender Yediler (* 1953 in Eskişehir, Türkei) ist ein seit seiner Kindheit in Deutschland lebender türkischer Objekt- und Installationskünstler. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste München, anschließend an der Kunstakademie Düsseldorf

Weitere Heiligen-Plastiken Yedilers sind Cassius und Florentius vor dem Bonner Münster (2002) und St. Gereon vor der gleichnamigen Kölner Kirche. Auch mit Objekten wie einem aufblasbaren Kreuz aus Aldi-Tüten hat Yediler auf sich aufmerksam gemacht. Leider haben Vandalen Yedilers Benno-Skulptur bereits mehrfach demoliert.

Ebenfalls auf dem Vorplatz vor dem Hauptportal steht bereits seit 1910 die 11,60 Meter hohe Bennosäule von German Bestelmeyer und Georg Albertshofer. Die rote Porphyrsäule krönt eine etwa drei Meter hohe Bronzefigur, die Benno von Meißen in vollem Ornat zeigt.

 

Pfarrbüro St. Benno
Loristr. 21
80335 München
Telefon (0 89) 12 11 49-0

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Mi 14.00 - 16.00 Uhr
Do 8.30 - 12.30 und 15.00 - 19.00 Uhr
Fr 8.30 - 12.30 Uhr

http://www.st-benno-muenchen.de

Kurzbeschreibung: 
Ein Sachse wurde Münchens zweiter Schutzpatron: Benno von Meißen (um 1010 - ca. 1106). Die bisher einzige Kirche im katholischen Erzbistum München und Freising, die unter seinem Patronzinium steht, befindet sich in München dort, wo die Maxvorstadt an Neuhausen grenzt. Vor der neoromanischen Kirche St. Benno erzählt die Aluminiumskulptur eines muslimischen Künstlers die Geschichte des Heiligen, den es aus einstigen protestantischen Kernlanden in eine einstige katholischer Hochburg verschlagen hat. Ein kleiner Kirchenführer.
Blick auf die Südfassade der St. Benno-Kirche in München.
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