Kurt-Landauer-Weg (Allianz-Arena)

»Judenklub« FC Bayern

Notorischen Erfolgs und sprichwörtlicher »Mia san mia«-Arroganz wegen ist der FC Bayern für viele Fans das fleischgewordene Fußball-Böse. Millionärstruppe! CSU-Verein! Doch mit Klischees ist das so eine Sache. Auf dem Gelände des jüdischen Sportclubs Maccabi in München erinnert seit dem Frühjahr 2010 der von den Bayern kräftig mitfinanzierte »Kurt-Landauer-Platz« daran, dass die Nazis den FC Bayern einst als »Judenklub« diffamierten.

Insgesamt 22 Jahre war der begeisterte Kicker Kurt Landauer Präsident des FC Bayern. Er begleitete die »Roten« 1932 zum ersten Meistertitel: Bayern besiegte Eintracht Frankfurt im Finale mit 2:0. Ein Jahr später verlor Landauer als Jude seinen Arbeitsplatz als Anzeigenleiter bei den »Münchner Neuesten Nachrichten«. Auch aus dem Amt als Bayern-Präsident drängte man ihn.

Am Tag nach dem »Kristallnacht«-Pogrom im November 1938 kam Landauer mit der Häftlingsnummer 20009 ins KZ-Dachau. Er überlebte: Als Frontsoldat des Ersten Weltkriegs entließ man ihn nach 33 Tagen wieder. Im März 1939 gelang Landauer die Flucht in die Schweiz. Vier seiner Geschwister starben im Holocaust. Dennoch kehrte Landauer 1947 nach München zurück und wurde für vier Jahre erneut Präsident des FC Bayern. Am 21. Dezember 1961 starb Kurt Landauer in München.

Anders als in der Arena auf Schalke gibt es in der Münchner Fußball-Arena keine Kapelle für einen wie auch immer gearteten »Fußball-Gott«. Dafür erinnert vor dem Münchner Stadion der Kurt-Landauer-Weg an den verfolgten Münchner Club-Präsidenten, der München und den FC Bayern so sehr liebte, dass er nach dem Holocaust zurückkehrte.

Stadion-»Choreografie« der Bayern-Fans zum 125. Geburtstag Kurt  Landauers.»Ohne Kurt Landauer wäre der FC Bayern nicht das, was er heute ist«, sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß bei der feierlichen Einweihung des Platzes durch Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch, Münchens OB Christian Ude, Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge sowie die Reporter-Legenden Marcel Reif und Günther Koch. »Die Roten und die Blauen feiern heute zusammen«, freute sich Maccabi-Präsident Robby Rajber. Doch er meinte nicht die »Blauen« vom anderen großen Münchner Fußballclub TSV 1860. Der Club mit heutiger gefühlter Nähe zur SPD (Münchens Oberbürgermeister Christian Ude gehörte lange dem Aufsichtsrat an; Landtagsvizepräsident Franz Maget folgte ihm nach) gehörte 1933 nämlich zu den nationalsozialistischen Vorzeigevereinen stramm auf Parteikurs.

Dann wurde gekickt: Lothar Matthäus, der einige Zeit Trainer in Israel war, hatte als Spielertrainer der Maccabi-Auswahl (in Blau) einen schweren Stand gegen die »FC Bayern All Stars«, für die unter anderem Paul Breitner, Carsten Jancker und Giovane Elber antraten. Endergebnis ein klares 9 : 1 für die Roten. Deutscher Meister ist eben nur der FCB!

 

Kurt-Landauer-Weg
(Esplanade der Allianz-Arena und Fröttmaning)
80939 München

 

Links:
http://www.fcbayern.t-home.de/de/aktuell/news/2009/20198.php?fcb_sid=8bb3c7a9647cfd4a62d550437d5b30bb
http://www.lizaswelt.net/2009/07/in-memoriam-kurt-landauer.html

Kurzbeschreibung: 
Notorischen Erfolgs und sprichwörtlicher »Mia san mia«-Arroganz wegen ist der FC Bayern für viele Fans das fleischgewordene Fußball-Böse. Millionärstruppe! CSU-Verein! Doch mit Klischees ist das so eine Sache. Vor der Allianz-Arena erinnert der hier beginnende »Kurt-Landauer-Weg« daran, dass die Nationalsozialisten den FC Bayern einst als »Judenclub« diffamierten. Und zwar wegen fußballverrückten Münchnern wie Kurt Landauer (1884 - 1961), der die »Roten« 1932 als Präsident zu ihrem ersten Meistertitel begleitete.
Kurt Landauer (1884-1961) war insgesamt 22 Jahre Präsident des FC Bayern (der da
Stadion-»Choreografie« der Bayern-Fans zum 125. Geburtstag Kurt Landauers.
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